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Jugendtreff als Rückzugsort und zweites Zuhause

Das Team des Jugendtreffs Westend präsentierte am 17. Mai 2017 sein Konzept, das sie "Freitzeitfamilie" nennen.

Ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche sich wohlfühlen, sich austauschen können und willkommen sind – all das zeichnet Jugendtreffs aus. Eine „Freizeitfamilie“ sollten die Heranwachsenden im Jugendtreff Westend in Bregenz finden. Das war das Ziel der ehemaligen, langjährigen Leiterin Rita Mittelberger bei der Gründung der Einrichtung.

„Um die Haushaltskosten zu decken, sind heutzutage oft beide Elternteile erwerbstätig. Da bleibt selten Zeit für gemeinsame Aktivitäten am Nachmittag“, erläutert der jetzige Leiter Julian Rockel. Genau hier setzen die Jugendarbeiter im Westend an. Das Angebot reicht von Tanz- und Kickboxtraining über Tischfußball bis hin zum Backen. „Die Jugendlichen sollen sich hier geborgen und gebraucht fühlen“, erklärt Rockel.

Dass das funktioniert, zeigt Sabrina Güney. In ihrer Jugend hat sie selbst viel Zeit im Westend verbracht. Mittlerweile hat die Bregenzerin einen Sohn und ist im Westend angestellt. In einem Team aus fachlich ausgebildeten Betreuern ist sie nun für das Wohl und die Sicherheit der Teenager verantwortlich, die ihre Freizeit im Jugendtreff verbringen und hier soziale Kontakte pflegen.

„Die Kinder und Jugendlichen haben hier viel Freiraum. Sie können sich kreativ, sportlich und handwerklich ausleben. Aber natürlich gibt es auch bei uns Regeln, an die sich jeder halten muss“, betont Rockel. So sind auf dem Gelände Drogen, Alkohol und Waffen jeglicher Art verboten und es wird viel Wert auf einen respektvollen Umgang gelegt. „Nur dadurch ist ein geregelter und sicherer Betrieb im Jugendtreff möglich.“

Zwölf Gemeindevertreter aus Deutschland informierten sich gestern bei einer Präsentation über das Modell des Bregenzer Jugendtreffs sowie den Dachverband der Vorarlberger Jugendarbeit, die „Koje“. Besonders für Kinder und Jugendliche aus sozial schwächeren Familien sehen die Gäste großes Potenzial in dem Konzept „Freizeitfamilie“.

Ebenfalls vor Ort war Othmar Sahler. Eindrucksvoll schilderte der 56-Jährige seine Lebensgeschichte. Nach einer Kindheit und Jugend, die geprägt von Prügel und Hass war, gelang es ihm, eine Schlosserlehre abzuschließen und im Berufsleben Fuß zu fassen. Mittlerweile arbeitet er unter anderem als Kickboxtrainer im Jugendtreff Westend. Auch er hat hier sozusagen seine „Freizeitfamilie“ gefunden.

Saskia Heel

Quelle: Neue Vorarlberger Tageszeitung

Foto: Klaus Hartinger

 

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